Feldwirtschaft

In Ravensmühle und Umgebung bewirtschaften wir rund 200 ha Ackerland und 100 ha Grünland. Dazu kommen noch ca. 8 ha Wald und Feldgehölze, die gepflegt werden müssen. Das dabei anfallende Holz verarbeiten wir zu Brennholz.
 

Grundlage des ökologischen Ackerbaus ist das Klee-Luzerne-Gras.

Es steht am Anfang der Fruchtfolge. Die Leguminosen Klee und Luzerne binden in der Symbiose mit den Knöllchenbakterien den Luftstickstoff, sodass er für die Pflanzen verfügbar wird. Dieser Stickstoff steht dann den Folgekulturen zur Nährstoffversorgung zur Verfügung. Entweder direkt aus den Pflanzenresten, die nach dem Umbruch verrotten oder aus dem Rindermist über den Umweg durch die Kuh. Die Rinderhaltung ist für den ökologischen Ackerbau daher eine sehr wichtige Säule.

Dem Klee-Luzerne-Gras folgt eine Vielzahl an Früchten. Als Futtergetreide werden Winterweizen, Triticale und ein Wintergerste/-Erbsen-Gemenge angebaut und dienen der Basisration für unsere Legehennen. Außerdem wachsen Roggen, Hafer, Buchweizen und Sonnenblumen als Speiseware auf unseren Feldern und werden an verschiedene Partner in der Region und in Deutschland verkauft. Mindestens einmal in der Fruchtfolge wird auch noch eine Zwischenfrucht mit Klee angebaut um wieder für Nachschub beim Stickstoff zu sorgen. Die Erbse ist übrigens auch ein Stickstoffsammler.

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Bio von Anfang an

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Wichtig ist uns auch der Einsatz von Saatgut aus ökologischer Züchtung. Außerhalb der Landwirtschaft werden die Begriffe „Getreideanbau“ und „Getreidezüchtung“ oft synonym für die Erzeugung von Getreide zu Futter- oder Speisezwecken verwendet. Die Getreidezüchtung passiert allerdings zwei Stufen vorher. Hier werden neue Sorten, also Varietäten von den Getreidearten, erzeugt. Dies geschieht durch gezielte Kreuzung zweier Linien und anschließenden Selektion der Nachkommen anhand der jeweiligen Zuchtziele. Dies ist ein sehr aufwendiger Prozess. Bis zum Beispiel eine neue Weizensorte „fertig“ ist, vergehen von der Kreuzung über die Selektion, die Prüfung der Zuchtstämme an verschiedenen Standorten, der Sortenzulassung und der Saatgutvermehrung mindestens 14 Jahre! Bei der Saatgutvermehrung bekommt ein Landwirt Saatgut vom Züchter zum Vermehrungsanbau. Aus der Ernte dieses Vermehrungsanbaus wird Z-Saatgut erzeugt, welches dann wiederum andere Landwirte für ihren Getreideanbau einsetzen können.

Die meisten Sorten die im ökologischen Ackerbau verwendet werden stammen aus konventioneller Züchtung. Das heißt, sie wurden während des gesamten Zuchtprozesses mit Pflanzenschutzmitteln behandelt und auch mit synthetischem Stickstoff gedüngt. Erst die Saatgutvermehrung erfolgt nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus, sodass der Biobauer ökologisch erzeugtes Z-Saatgut für seinen Getreideanbau kaufen kann. Neben dem ideellen Aspekt gibt es dabei noch einen pflanzenbaulichen Aspekt, der für die Züchtung von Sorten unter ökologischen Anbaubedingungen spricht. Denn eine Sorte die unter den Voraussetzungen höchster Nährstoffversorgung und Ausschaltung jeglicher Konkurrenz durch chemische Pflanzenschutzmaßnahmen höchste Erträge erreicht tut dies nicht zwangsläufig unter den Voraussetzungen im Ökolandbau. Für eine gute Ertragsbildung sind ein großes Nährstoffaneignungsvermögen, eine gute Unkrautunterdrückung und ein breites Spektrum an Krankheitsresistenzen elementare Eigenschaften von Öko-Sorten.

Brot aus dem von uns erzeugten Lichtkornroggen® backt die Bäckerei Wiese.

Dieses erhalten Sie in den Verkaufsstellen der Bäckerei in Eberswalde, im Paket-Versand und in unserem Hofladen.

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Sie interessieren sich für die ökologische Getreidezüchtung oder möchten diese unterstützen?

Weitere interessante Informationen finden Sie direkt auf den Seiten der Cultivari Getreidezüchtungsforschung!

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